Ein Praxisbeispiel für die intelligente Kombination von Photovoltaik, Wärmespeicher und Batteriesystem
Natrium-Ionen-Batterien im Praxiseinsatz: Erfahrungen aus Benzenschwil
Die Energiewende wird auf nationaler Ebene gedacht, die Umsetzung jedoch erfolgt in den einzelnen Gebäuden und Quartieren. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist das Mehrgenerationenhaus Synergieplus in Benzenschwil. Das Projekt verfolgt das Ziel, den Eigenverbrauch erneuerbarer Energie zu maximieren und den Bedarf an externer Energieversorgung auf ein Minimum zu reduzieren.
Bereits vor der jüngsten Erweiterung verfügte die Liegenschaft über eine leistungsstarke Infrastruktur: Eine Photovoltaikanlage mit 144 kWp Leistung erzeugt einen Grossteil des benötigten Stroms, während eine Wärmepumpe und ein saisonaler Wärmespeicher dafür sorgen, dass überschüssige Sommerwärme auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden kann.
Trotz dieser guten Ausgangslage zeigte sich insbesondere während der Übergangszeiten und in den Wintermonaten eine bekannte Herausforderung: Die zeitliche Verschiebung zwischen Energieproduktion und Energieverbrauch führte dazu, dass ein Teil des Strombedarfs weiterhin über das Netz gedeckt werden musste.
Die Rolle des Batteriespeichers
Um den Eigenverbrauch weiter zu steigern, wurde im April 2026 ein Batteriespeicher auf Basis der Natrium-Ionen-Technologie installiert. Das System verfügt über eine Leistung von 72 kW und eine Speicherkapazität von 108 kWh.
Die Aufgabe des Speichers ist einfach: Überschüssige Solarenergie wird tagsüber gespeichert und steht dann zur Verfügung, wenn die Photovoltaikanlage keine oder nur wenig Energie liefert. Dadurch können Verbrauchsspitzen abgefedert und Netzbezüge deutlich reduziert werden.
Die ersten Betriebsdaten zeigen das Potenzial dieser Lösung eindrücklich. Während im März 2026 noch rund 850 kWh Strom aus dem Netz bezogen werden mussten, sank dieser Wert im April nach der Inbetriebnahme des Batteriesystems auf lediglich 8,8 kWh. Gleichzeitig erhöhte sich der Selbstversorgungsgrad von 62 auf 99 Prozent.
Diese Zahlen zeigen, welchen Einfluss eine intelligente Speicherlösung auf die Nutzung lokal erzeugter Energie haben kann.

Warum Natrium-Ionen?
Neben der Verbesserung des Eigenverbrauchs stand bei der Wahl der Speichertechnologie für die Eigentümer des Mehrgenerationenhauses auch die Nachhaltigkeit und Sicherheit im Fokus. Hier gelten Natrium-Ionen-Batterien als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Systemen.
Zu den wichtigsten Eigenschaften dieser Natrium-Ionen-Batterien zählen:
- Verzicht auf kritische Rohstoffe wie Lithium und Kobalt
- Hohe thermische Stabilität und ein hohes Sicherheitsniveau
- Gute Leistungsfähigkeit bei häufigen Lade- und Entladezyklen
- Robuste Funktion auch bei tieferen Temperaturen
Damit eignet sich die Technologie besonders für stationäre Energiespeicher, die über viele Jahre zuverlässig arbeiten sollen.
Erkenntnisse aus dem Projekt
Das Beispiel Synergieplus zeigt, dass hohe Energieautarkie heute bereits technisch erreichbar ist. Entscheidend ist dabei nicht nur die Speicherkapazität, sondern auch die Wahl der passenden Technologie.
Mit der Natrium-Ionen-Batterie setzt das Projekt bewusst auf eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Systemen. Die Technologie kommt ohne Lithium, Kobalt und andere kritische Rohstoffe aus und trägt damit zu einer ressourcenschonenderen Energiespeicherung bei.
Auch das Thema Sicherheit spielte bei der Wahl des Speichers eine wichtige Rolle. Natrium-Ionen-Batterien gelten als besonders sichere Lösung für stationäre Anwendungen und sind auf einen langfristigen Einsatz ausgelegt.
Synergieplus verdeutlicht damit, dass die Energiewende nicht nur eine Frage der Energieproduktion ist. Ebenso wichtig sind Speicherlösungen, die Nachhaltigkeit, Sicherheit und Versorgungssicherheit miteinander verbinden.
Ein Blick in die Zukunft
Mit Projekten wie Synergieplus entstehen wertvolle Praxiserfahrungen für die nächste Generation von Energiesystemen. Sie zeigen, dass nachhaltige und weitgehend unabhängige Energieversorgung nicht nur eine Vision ist, sondern bereits heute umgesetzt werden kann.
Interessierte Menschen können das Batteriesystem vor Ort besichtigen. Synergieplus bietet dafür Besichtigungstermine an. Kontaktieren Sie inesco energy direkt, wenn sie mehr über die Natrium-Ionen-Speicher erfahren möchten:
Telefon: +41 44 517 51 40
E-Mail: beratung@inesco.energy